Die vorliegende Riegelnaschware wurde von der Maggi aus den östlichen Reichen importiert und mir zu Verkostungszwecken fürsorglich zur Verfügung gestellt. Dafür Dank.
Was steht drauf: Milk chocolate bar with creamy flavoured filling (contains alcohol)
Hüftgoldfaktor: 214 Kalorien dat Stück Pawełek
Erster Eindruck: Enthält Alkohol?! NATÜRLICH, ist man versucht zu denken, kippt der Pole Alkohol, vermutlich Vodka, in seinen Riegel, was, wie er gerne betont, ja nur „Wässerchen“ heißt oder ist, wie mancher Pole sich vielleicht wirklich einzureden oder – in Anbetracht der Glasgrößen, aus denen jener dortzulande gewöhnlich konsumiert wird – auch zu glauben beliebt. Ich hingegen vermag das nicht und muss daher wegen meiner internen und bekanntlich strikten Ethanolpolitik diese Riegelverkostung – erstmalig in der Geschichte der Riegelverkostungen – auf der Grundlage von haltlosen Vermutungen und vergaloppierenden Phantastereien verfassen.
Schmackhaft und angenehm puristisch sieht er ja schon aus, der Pawełek, wie er so schokoladig-milchcremegefüllt daherkommt, auf der Packungsabbildung. Bestimmt aber heißt Pawełek so etwas wie Quartalssäufer Schnapsdrossel und basiert das weiße Fluidum weniger auf dem bekömmlich-knochenstärkenden Euterexsudat boviner Provenienz und mehr auf so etwas wie Vodka-in-Küstennebel-Melange oder dergleichen.
Aber wer, frage ich mich, konzipiert so ein Naschwerk (ist ja nicht so, daß der Schnabbes darin verheimlicht würde)? Für mich persönlich läge es nahe, daß es entweder ein Jokus-Kleingebäck war, der gerne Kurzvideos unter der Rubrik „Kids getting hurt“ anschaut und Eltern in Form von Pawełek eine heimliche Darreichungsform eines „Kurzen für Kurze“ an die Hand geben wollte, um aus dem goldigen Kleinen einen angeschickerten Zwerg-Asi mit Schlagseite zu machen, der sich lallend, plärrend und telegen auf die Fresse legt. Oder es war ein ebenfalls von Elternschaft betroffener Mithäftling, der aus eigenen Experimenten weiß, daß man die nervenden, krakeelenden Muppets mit nichts effizienter und nachhaltiger abstellen und stillegen kann, als mit einem vollrauschinduzierten Tiefschlaf und der sich aus Gründen der Menschlichkeit genötigt sag, das mit anderen Eltern zu teilen.
Oder es war ein patenter, pfiffiger Polier, der mit Pawełek eine verstohlene Methode ersann, sich auch auf Baustellen, auf denen striktes Alkverbot herrscht, gepflegt einen in die Rüstung eumeln zu können. Man weiß es nicht, aber eines davon stimmt sicher.
Mundhaptik: Pawełek sieht so aus, als erzeuge seine dicke und wertig imponierende Hüllschokolade einen angenehm dumpf-weichen Abbeißknack, woraufhin sich sogleich das davon umschlossene und nun befreite „geistreiche“ und zähe Fluidum in die mampfende Goschen ergösse, vorhandene Schleimhäute und Epithelien mit sich überzöge und dadurch eine zugleich haptisch weiche und chemisch harsche Empfindung auslöste. Die Kieferschläge, die die Zähne die Schokoladenstücke zerkleinern ließen, machten auch, daß sich das Fluidum quatschend und schwappend mit der breiiger werdenden Schokomasse verbände und es ergäbe sich, was entstünde, gurgelte ein zertrümmerter Schokoweihnachtsmannowitsch einen Slibowitz.
Geschmack: Und diese eigentümliche Masse schmeckte wie eine verstörende Mischung aus Reinheit und Niedergang, aus kindlich-unschuldiger Schokoladenfreude und der lasterhaften, am Rande des Absturzes tänzelnden, desillusionierten Zuflucht in harten Alkohol, wie die in eine Schicht süßer Verleugnung und Vorspiegelung geordneter Verhältnisse gehüllte in Welterkenntnis und Weltschmerz ersoffene Lebenslüge.
Fazit: Ich bin noch viel zu klein für Pawełek.

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