Die im folgenden getestete Riegelware wurde gesponsort von Christopher N. und
wurde von ihm höchstselbst aus dem ulkigen Nachbarstaat im Süden importiert. Dafür Dank ;)
Was steht drauf: Wafer con ripieno cremoso al cacao e
nocciole
Hüftgoldfaktor: 99 Kalorien dat Stück
Erster Eindruck: Wie niedlich, dieses vertiable
Leichtgewicht von einem Kleinriegel, der noch dazu einen zugleich albernen und
niedlich-plump klingenden Namen trägt, so wie ein vergleichsweise ungroßes weil
noch adoleszentes, tollpatschiges Elefäntchen als Hauptdarsteller in einem jener
gruseligen trubulent-rührenden Zeichentrickabenteuer für die ganze Familie, in
dem es durch seine arglose Unbeholfenheit und Neigung zu Tagträumereien immer
wieder in mit klassische Musik imitierender nervend-heiterer Filmmusik
unterlegte haar- bzw. borstensträubende Abenteuer und sonstige Schwulitäten
gerät. Auf der in der Hauptsache roten, wertig glatt-glänzenden Verpackung
findet sich eine comichafte Abbildung Tronkys nebst einer klischeehaften
Darstellung von Haselnüssen mit Blattgrün.
Dank der servicebewußterweise angebrachten Aufreißlasche gelangt man schnell zum Inhalt der Packung, der bei Inaugenscheinnahme sofort die Assoziation vom ulkigen Kleinpachydermer zerstört, wenn man mit ihm einen mit okkulten Runen und Gravuren bedeckten und auch noch haselnußholzfarbenen Waffelsarg herauszieht: denn genau wie eine jener Kisten, mit flacher Lade und hochgewölbtem Deckel mit coupierten Schrägenden zur längerfristigen, subterranen Verstauung thermodymanisch equilibrierter Herrschaften sieht der nackte Tronky aus. Und ebenso hermetisch wie sein Erdmöbelpedant seine modernden Gebeine verschließt jener jeden Geruch von Schokolade in sich und gibt lediglich einen waffeltypischen Süßodeur frei.
Dank der servicebewußterweise angebrachten Aufreißlasche gelangt man schnell zum Inhalt der Packung, der bei Inaugenscheinnahme sofort die Assoziation vom ulkigen Kleinpachydermer zerstört, wenn man mit ihm einen mit okkulten Runen und Gravuren bedeckten und auch noch haselnußholzfarbenen Waffelsarg herauszieht: denn genau wie eine jener Kisten, mit flacher Lade und hochgewölbtem Deckel mit coupierten Schrägenden zur längerfristigen, subterranen Verstauung thermodymanisch equilibrierter Herrschaften sieht der nackte Tronky aus. Und ebenso hermetisch wie sein Erdmöbelpedant seine modernden Gebeine verschließt jener jeden Geruch von Schokolade in sich und gibt lediglich einen waffeltypischen Süßodeur frei.
Mundhaptik: Leider fügt sich die Mundhaptik in ihrer
Phänomenologie der sarkophagistischen Assoziation bündig ein: Tronky ißt sich exakt so,
als knabbere man an eines in Mumifikation befindlichen Verstorbenen Finger! Die
trockene papyrusartige Waffelhülle entspricht dabei der im Wüstenklima
exsicierten Pergamenthaut, das auf beunruhigende Weise undifferenziert Weiche
des Inneren dem inzwischen durch Autolyse und allgemeine Zersetzung schwammig
aber bei simultaner Dehydrierung nicht zerfließlich gewordenen Gewebe. Die
zwischen den Zähnen knackenden Nußstückchen erinnern, ich bedaure, dies
unbeschönigt so sagen zu müssen, unweigerlich an einen morschen, porösen, ins
Fleisch eingebetteten Fingerknochen. So sehr diese Mundhaptik postmortale-Anthropophagie-Aficionados
zu Begeisterungsstürmen hinreißen mag, so deutlich muß doch mein Hinweis ausfallen,
daß man „special interest“ auch übertreiben kann und so ein Zungenkuß mit
Ramses dem II, wie er schon lange weder leibt noch lebt, nicht Jedesessers
Sache ist.
Geschmack: Kaum schließt man die Augen während man noch die
Reste altägyptischer Potentaten im Munde zermahlt, versetzt einen der
verblichen, schwach und erodiert wirkende Geschmack Tronkys in fernste
Vergangenheit. So muß das harte, trockene, ganz leicht gesüßte Protobrot
steineschleppender Pyramidensklaven, so die staubigen, mit Sirup benetzten
Bandagen geschmeckt haben, die sich die ägyptischen Balsamierer vor Mund und
Nase banden, um den Gestank ihres in Grabkammern ausgeübten Handwerks zu
übertünchen, wenn sie die Bälge ihrer toten Herrscher in die Kanopen leerten:
Tronky schmeckt alt, gewesen, vergangen, in der Zeit verloren, so, als sei sein
Geschmack seine Rache für die Störung,
die darin lag ihn zu verspeisen.
Fazit: Ein Riegel wie ein Fluch des Pharaos. Ist
Mumienschändung eigentlich strafbar?
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