Die im folgenden getestete Riegelware wurde gesponsort von den Mädels der Zürcher-ForGe. Dafür Dank ;)
Was steht drauf: Lait - Feiner Schweizer Milchschokoladenstengel mit Haselnuss- und Mandelcreme-Füllung
Hüftgoldfaktor: desisch nicccht so wicchtik, odrrr?
Erster Eindruck: Schon wieder ein Schweizer Stängerli und schon wieder im Armeemesser-Rot mit einem kleinen Fähnli auf der Umhüllung? Durch Phantasie bei der Hüllengestaltung brillieren sie ja nicht gerade, die eidgenössischen Schokoriegelanten, und diesem hat man gar nur ein hauchdünnes, fimschiges Mäntlein aus gewalztem und etwas unwertig knisterndem Aluminium umgetan. Drauf findet sich selbstbewußt der wohlstandsgoldumrandete Namenszug, der einen innerlich im Schatten der endlosen Arkadengänge jener bulligen Schönheit im Nordwesten Italiens wandeln läßt.
Schlägt man ihn aus seinem armen roten Talmi-Deckchen, kommt ein langer aber doch massiver, schlanker aber doch schwerer, ganz glatter und wie zur Obacht mahnender Schokoladenfinger zum Vorschein, der gemahnt, daß man es hier gar nicht nötig hat, durch kokette Verzierungen, jene wohlbekannten Wellen und Ziselierungen anderer und eben geringerer Riegel Oberflächen, von der Ausschließlichkeit des zu Erwartenden abzulenken. Nicht minder souverän schickt Torino einem auch eine olfaktorische Botschaft von reicher Schokolade, nuß- und mandelschwerer Fracht entgegen. All dies suggeriert ein so bewußtes Understatement, daß es ein zu erwartendendes Overstatement im Balderschmeckten nicht deutlicher ankündigen könnte.
Mundhaptik: Herrlich. Als stecke der geschickteste Uhrmacher seiner Majestät der Königin der Feen seinen schlanken Finger in feinsten Handschuhen aus Sammet und Elbenhaar uns behutsam und zärtlich in den wollüstig offenen Mund und streiche, gleite und kose damit inniglich uns'ren Gaumen, Zunge, Wangen und Rachen, wohlige, wonnige Schauer auslösend. Hier gelingt das seltene Kunststück, eine gänzlich homogene dick-pastöse Riegelfüllung nicht feist-bräsig, nicht pappig, schmierig oder aufdringlich sondern einfach nur balsamig-sanft und schmiegend-cremig sein zu lassen. Die mundhaptische Entsprechung einer Massage mit warmem Öl unter kundigsten Händen.
Geschmack: Mmmmhhhh.... für einen Moment nur läßt diese dunkelbraune Herrlichkeit, dieses aus den Herzen von Haselnüssen und Mandeln kondensierte Opiat, den mit geschlossenen Augen Kauenden alle Sorgen vergessen in einer Innigkeit und Süße, als werde im selbstvergessen schmeckend-schwelgenden Munde das Adagio aus Bruchs 1. Violinkonzert aufgeführt. Mit anderen Worten:
Er hat sich so unendlich klein begonnen
an jenem Tag, da ich mit ihm begann, -
ist dann im Mund gereift wie unter Sonnen
wobei sich sein Geschmack erst ganz entspann,
dass er in Menschenkindern voller Wonnen
sich ruhend jetzt vollenden kann:
Für kurze Zeit erlöst Geschmack den Kranken von seinem Leid. Und hebt die Augen dem Betrübten über alle Traurigkeit. Und dem Verzweifelten, der ohne Trost und ohne Hoffnung ist, schenkt dieses Schmecken doch Vergessen, wenigstens für kurze Frist. Nimmt alle Last für nur Momente, die schwer auf uns‘ren Schultern ruht: Alles ist gut, alles ist gut.
Fazit: Die mönchisch bescheidene Aufmachung dieses Prachtstücks von Schokoriegel ist nur ein tremulierter Septakkord, der sich in einer überwältigenden Kadenz von Wohlsein und Wohlgeschmack entlädt. Danke.
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