Was steht drauf: no artificial colours*, flavours or
preservatives; Chunky with Chocolate; Man Fuel for Man Stuff
Hüftgoldfaktor: 249 Kalorien dat Stück
Erster Eindruck:
Was weiß man schon über York? Sie haben ein kolossales Münster dort, das ebenso
klotzig und gravitätisch - nur weniger gelb – die „ewige Stadt“ beherrscht, wie
die blutrot umrandeten Lettern des Yorkie Schriftzugs die Hülle dieses Riegels
auf ihrer Grundierung im melancholischen, tiefsten Ozeanblau.
Düster, scharf und mit verweigernder Gebärde ganz wie die
Zinnen, Scharten und Erker jener gotischen Kathedrale der nördlichen Reiche
ragen auch die amputiert und unvollendet wirkenden Schokoladentrapezoeder von
Yorkie aus einem flachen, glatten Schokoladenfundament in die Höhe. Betrachtet
man die fünf gleichförmigen Höcker eine Weile lang, bis der Blick verschwimmt,
so vermittelt sich unwillkürlich der Eindruck tiefster, tiefster Einsamkeit,
der Einsamkeit verlassener, vergessener, moosbedeckter Grabeshügel lange schon
namenloser Toter in einem uralten, wilden Tal, dessen Stille nichts und niemand
mehr zu stören wagen darf.
Auch sein Geruch kündet von Sehnsucht und Vergängnis. Etwas
schweres ist darin und etwas altes, das zu verharren scheint und zurückbleiben und
uns vergessen wird, wenn wir gegangen sind.
Mundhaptik: Yorkie
sei, so heißt es, Männer-Kraftstoff für Männersachen. Damit kann nur das Beißen
und Kauen von Yorkie gemeint sein, das in etwa die mundhaptische Entsprechung
der Tätigkeit jener Schwerstarbeiter sein dürfte, die seinerzeit die Meilen um
Meilen eiserner Trassen legten, welche jenen Ort der Eibenbäume mit dem
Herzschlag der Welt verbinden sollten. Und so wie ihr Leben, einfach und hart, verspeisen
sich auch die fünf coupierten Monolithen Yorkies, die aus reiner,
unverfälschter, unverzierter Schokolade bestehen, ohne Talmi und
Schierschandudel. Man gehet hier durch schwere Berge, in harten Adern wie ein
Erz, allein.
Geschmack: Das gustatorische Unisono der schokoladenen
Ausschließlichkeit im Geschmack dieses Riegels unterstellt uns für einen
Augenblick der großen Melancholie endloser Ebenen, die sich wie ein braunes
Mönchsgewand um all das ungelebte Leben legt. Und solange wir noch schmecken, schweifen
unsere Blicke sehnend über jene fernen Horizonte, die wir Lebenden, so weit wir
auch wandern, doch nie erreichen können...
Fazit: Yorkie zu
essen entfesselt die Saudade des Nordens, das nostalgische Gefühl, etwas
Geliebtes verloren zu haben, die leise aber unwiderlegliche Ahnung vom Unglück
und der Gewißheit, die Sehnsucht nach dem Verlorenen niemals stillen zu können,
da es wohl nicht wiederkehren wird…
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