Sonntag, 10. Februar 2013

Riegelverkostung - Reese's Fast Break


Was steht drauf: "Milk Chocolate, Peanut Butter and Nougats"

Hüftgoldfaktor: 260 Kalorien dat Stück

Erster Eindruck: Orangene Farbe bei den Verpackungen scheint ja ein verbindendes, wenn nicht gar als corporate design beabsichtigtes Merkmal der Riegel des Herstellers "Reese's" zu sein. Auch Fast Break kommt recht orangefarben verpackt daher. Der sprachsensible Riegelschnabulateur stutzt natürlich sofort beim Nougat-Plural in der Riegelaufschrift und freut sich auf die zu erwartende (weil ihm wahrscheinlicher als eine bloße orthographische Fehlleistung in der Beschreibung vorkommende) Nougatvielfalt.
 Die Form des Riegels erinnert dann in ihrer vom Quader eher zur Kuppel strebenden Form an Wonderbar und ohne die Spannung nehmen zu wollen kündige ich an, daß sich dieser Vergleich auch in anderen Aspekten des Produktes empfiehlt. Die Oberflächenstruktur beispielsweise ist wonderbaresk leicht bewegt und der Geruch beim Öffnen der Umhüllung trägt neben kräftigen Schokozügen auch das unverkennbare doch noch hintergründig sich eintragende Signum der Erdnuss.

Mundhaptik: Beim Erstanbiss remineszieren sofort die haptischen Eindrücke, die sich beim Verzehr von Wonder- aber auch Starbar und weniger stark auch noch von Nutrageous (vom selben Hersteller) mir eingeprägt hatten, wiewohl Fast Break durch seine Zusammensetzung noch eine gewisse Individualität behaupten kann. Durch Inaugenscheinnahme des Querbisses erkennt man den Grund: auf einer Schicht aus weißem Nougat, die das Fundament des Riegels bildet, wölbt sich ein Tunnel aus plurallegitimierendem braunem Nougat zur Kuppel hinan. Der Durchgang des Tunnels schließlich ist gefüllt mit Erdnussbutter.
Es bedarf daher schon aufmerksamen Kauens und sortierlicher Mundarbeit, um die nur um Nuancen verschiedenen Dichtig- und Festigkeiten der drei Schichten zumindest einen kurzen Moment noch differenzieren zu können. Spätestens nach dem dritten Zubeißen dürfte sich aber auch beim alertesten Verzehrer die Unterscheidbarkeit der Schichten und damit zu Wonderbar verkaut haben.

Geschmack: Wow, intensiv. Vielleicht sogar leicht zu intensiv. Der Geschmack ist wie eine Wand aus Süße und starker, schon deutlich aber noch moderat salziger Erdnussigkeit (bei, wie so oft ausbleibender Mitschmeckbarkeit der Hüllschokolade), die den Unvorbereiteten und erst recht den Erdnussindifferenten im ersten Moment überwältigen könnte.
Bei nachvollziehbarerweise gegebener Grundähnlichkeit zu Wonder- und Starbar ergibt sich hier die Eigenständigkeit von Fast Break durch die klar durchschmeckenden aber dabei vor allem süßmachenden Nougats. Man muß erwähnen, daß diese Kombination dabei keineswegs den Eindruck zwingender Stimmigkeit hervorruft und sicher nicht massenkompatibel ist. Wenn man den ganzen Riegel verzehrt hat, ist man zwar noch nicht malade, fühlt sich aber, dem Namen des Produkts zum vollkommenen Trotz, doch so aufwendig ernährt wie nach der Einnahme einer deftigen Vollmahlzeit, was ja durchaus nicht im Sinne eines zwischendurch ‘mal eben einen Schokoriegel Verspeisenden sein muss. Tränke ich und verstünde ich etwas von Wein, empfähle ich wohl einen schweren Burgunder als Begleiter zu Fast Break.

Fazit: Ganz bestimmt special interest. Alle, die Wonder- oder Starbar nicht mögen, müssen von Fast Break Abstand nehmen. Aber auch den Freunden jener Riegel kann der vorliegende nicht ohne weiteres empfohlen werden. Mit Vorsicht und vermutlich nur in schwülen Sommernächten zusammen mit düsterer Poesie zu genießen.






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