Montag, 11. August 2025

Riegelverkostung – Privilegio Manjar

Die vorliegende Riegelnaschware wurde von der muy estimada Señora Jaqui aus dem Land der Inka importiert und mir zu Verkostungszwecken freundlichst zur Verfügung gestellt. Dafür Dank.  

Was steht drauf:  Tableta con cobertura sabor a chocolate rellena de manjar blanco

Hüftgoldfaktor: 113 Kalorien dat Stück

Erster Eindruck: „Gruß aus der Küche, oder was?“, dachte ich, als ich mir das Schokoriegeläquivalent jener Möwenschisskleckse auf Riesentellern in der Haut Cousine- Gastronomie in Form dieses 29g-Mickerlings aus dem Land der Inka vorlegte. Weniger ist weniger weiß ja schon der Herr V. Olksmund, in diesem Fall aber, so spricht die Riegelverpackung, sei es vielmehr ein Privileg, daß es überhaupt was gibt und angeedelt von vornehmer Zurücknahme wirkt auch die Verpackung, auf der auf schwarzer Wappentafel der Riegelname vor einer mahagonibraun unterlegten, eleganten Darstellung des innewohnenden Riegulanten.

Seines kleidsamen Habits entledigt kommt der Schmächtling als etwas grobschlächtig geformter, vierhöckriger wenn nicht -schrötiger, kanntiger Barren mit tiefen Schluchten, wenn nicht Abgründen zwischen den hochgestellten Schokoplateaus daher. Die Parallele zu jenen sich für Adelig oder doch wenigstens nobel haltenden Gestalten liegt nahe, die ihre groben, unfeinen, abgründigen, bisweilen gar häßlichen Innerlichkeiten wohlweislich in edles Tuch und schönen und hier sogar schokoduftenden Schein hüllen. Doch wehe, man beißt schaut hinein…

Mundhaptik: Dann wird die Täuschung offenbar, der trügende Schein wird aufgehoben, die Schuppen fallen von den Augen, denn die Zähne, knackigen Schokowiderstand und darunter edelzähes Fluidum erwartend, durchdringen nur mehr eine schlaffe, nachgiebige Schokoladenschicht, und finden sich hernach in einer amorphen, breiigen undifferenzierten Mantsche wieder. Darin und darauf herumzukauen ist ähnlich erbaulich, wie wenn man einer jener gelegentlich anzutreffenden haltungs- und spannungsarmen Bücklingsfiguren die widerwillig und windschief hingehaltene, klamm-feuchte, laffe, totfischartige Flossenhand zu schütteln versucht, dann feststellt, daß das schlabberig-kraftlose Ding vom Schütteln womöglich abrisse, es dann nur kurz umfasst und - innerlich entsetzt – gleich wieder fahren lässt , den Wunsch, den imaginären Fischgeruch von der eigenen Hand abzuspülen gerade noch unterdrückend.

Geschmack: Manjar sano in corpore sano, sagt ja die Frau Studienrätin V. Olksmund-Bildungsbürger und wer wolle ihr da widersprechen? Es kann also nicht wunder nehmen, daß in diesem kränklich-welken Riegelleib nur ein ebenso verblichenes, schales und nicht ein Iota der seiner Urmasse, dem mächtigen „Manjar Blanco“, durchaus innwohnenden Pracht, Opulenz und Herrlichkeit zurückbehalten habendes Furz-und-Friedrich-Fluidum wohnt. Durch ein unbekanntes aber sicher schreckliches Schicksal sind dieser mediokren Mampfschmieraille alle jener Ursubstanz eigentlich möglichen Wonnen genommen und lediglich vulgäre Süße, irritante Fehlaromen und eine zum Himmel weinende aber entschieden ungestillt bleibende Sehnsucht nach wenigstens einem kleinen bißchen Karamell gelassen worden.

Fazit: Privilegio essen zu müssen ist sowas von kein Privileg. La puta que te parío!!!




 

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