Montag, 1. Juni 2020

Riegelverkostung – Hobby


 Diese Riegelware wurde mir von der hochgeschätzten Jane Fucking Silvery zu Testzwecken zur Verfügung gestellt. Dafür Dank.

Was steht drauf:  Skaff deg en…

Hüftgoldfaktor: 160 Kalorien dat Stück

Erster Eindruck: Ob das überhaupt ein Riegel ist, der hier vor mir so schwedisch zu liegen kommt? Oder hat sich meine Wohltäterin im Laden vertan, versehentlich den schwedischen Baumarkt „Hobbyskjöttar“ (oder so…) betreten und mir statt eines netten nordischen Nascherchens eine Tube Fugenkitt aus der Hobbyecke mitgebracht? So fühlt sich „Hobby“ nämlich an: Statt mit für Schokoriegel gewohnter Härte und Starrheit imponiert dies flache, breite Ding etwas weichlich, und leicht zäh-verformlich, so, eben, als sei hier eine rechteckige Lage noch in Erhärtung befindlichen Moltofills in Alufolie eingeschlagen worden. Auch die Aufmachung, blau-rot-weiße, albern-abgerundete Buchstaben auf einer weißgestreiften Silberfolie, läßt eher an Sanitärfachbedarf als an Naschwerk denken, vielleicht eine besonders haftstarke Expoxidharzpaste, mittels derer sich auch Doppelwaschbecken kinderleicht und erdbebensicher an jede Wand festbomben lassen.
Zunächst erleichternderweise kommt unter der Abdeckung sogleich ein einladend wirkendes Schokobraun zum Vorschein, doch dann schlägt einem unmittelbar ein beunruhigender, irgendwie fruchtig wirkender Geruch entgegen, der aber erschreckend fremdartig und nicht festzulegend erscheint, so, wie wenn man sich langsam dem von der Bruchlandung aufgerissenen silbrig glänzenden Rumpf einer auf einem einsamen Heidelandstrich abgestürzten fliegenden Untertasse nähern und darin völlig bizarr geformte und gefärbte und leicht pulsierende aber unzweifelhaft als außerirdische Früchte erkennbare Gebilde gewärtigen würde.

Mundhaptik: Und weil man so doof ist und keinen einzigen Creatures-from-outer-Space-Horror-Film gesehen hat, langt man unbedarft zu, packt sich eins der schwammigen Frucht-Dinger, schlägt seine Zähne hinein und begreift einen Sekundenbruchteil später, welch’ entsetzlichen Fehler man gerade begangen hat: in der 'auchdünnen und wie die tückische Tarntracht eines Steinfisches die darin eingeschlossene tödliche Gefahr kaschierenden Schokohüllschicht liegt eine dünne Lage aus Wabbel auf einer ebensodünnen Lage aus gymnastikmattenartigem Schaum (wie das Zeug in Negerküssen, nur zäher). Diese beiden widerlichen Konsistenzen gleichzeitig von oben und unten mit den Zähnen zu durchdringen, jagt mir einen kalten Schauer der Abscheu den Rücken hinunter und läßt mich innerlich so heftig zusammenfahren, als wäre ich aus einem lovecrafteskem Alptraum hochgeschreckt, in dem ich von 100 m langen nachtschwarzen Weltraumpflanzententakeln, die mir brutal glibberige Schlotze und zähes, schaumiges Sekret in Mund und Nase gespritzt haben, getötet worden bin, nur um schweißgebadet festzustellen, daß dies nur ein Alptraum in einem Alptraum war, in dem ich ohnmächtig geworden bin, weil ich nämlich gerade bis zu den Schultern im quackelnden gelatinösen Galertkern im Inneren des Abdomens von Tarantula, der hochhausgroßen Monsterspinne, feststecke und wie von Sinnen mit den Armen rudere, und mich so verzweifelt wie vergeblich vor dem Ersticken in von den Spinnenmagenwänden in dicken Blasen herabtriefendem, ätzendem, ausflockendem, schmierig-speckigem Verdauungsschaum zu retten versuche.

Geschmack: Leider bekomme ich dabei immer wieder große Stücke der aufgewühlten Galerte und des tranigen Schaums in den Mund und stelle voller Entsetzen fest, daß dieses außerirdische Monstrum, diese Abartigkeit aus den tiefsten Schlünden des schwarzen, toten Alls, seinen höllischen gerinnenden Körpersäften eine Art Pfirsichgeschmack zu verleihen versucht hat. Natürlich ist dieser Geschmack auf katastrophale und seelenschindende Weise mißraten, entartet und verkrüppelt und stellt sich so als eine solch höllische Geschmacksabscheulichkeit dar, wie sie eben entsteht, wenn eine uralte, untote, zutiefst fremdartige und vollkommen unmenschliche Intelligenz in einem schwarzen Loch am Rande der fernsten Galaxien in ihrem äonenlangen Kälteschlaf von irdischen Pfirsichen träumt und dabei Hirnwellen in alle Richtungen aussendet, die sich Jahrmillionen später in einer als schwedisches Naschwerk getarnten Ausgeburt des Bösen materialisieren.

Fazit: Ich kann Hobby keine Empfehlung aussprechen.


 



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