Diese Riegelware wurde mir von der werten Tovaritsch Galinskarovskajowitsch zur Verkostung zur Verfügung gestellt. Dafür Dank.
__
Was steht drauf: allerlei georgisches Kauderwelsch in Mchedruli, wie bekanntlich das
georgische Alphabet heißt (,dem auch mit dem google-lens-Translator nicht
beizukommen war) – Wafer Bar – Caramelized Milk
Hüftgoldfaktor: 161
Kalorien dat Stück
Erster Eindruck: Von
der Ratlosigkeit des Eichhörnchens könnte der Name dieses Riegels sein. Auf der
dunkelbraunen, mit hellbraunen und –blauen Strings und Pünktchen gesprenkelten
Hülle, die diverse georgische (bzw. „grusinische“ – wie der Georgier Georgisch
nennt) und damit für mich komplett kryptische Beschriftungen vorhält, hockt nämlich
auch ein drolliges, gelb-orangenes Eichhorn, das eine maßstabshalber übergroße
Nuß hält und ob all dieser Merkwürdigkeiten ebenso ratlos und verdutzt aus der
pelzigen Wäsche schaut, wie ich, der ich diesen leichtgewichtigen und
rätselhaften Georgenriegel in den Händen wende und mir darob gewahr werde, daß
ich absolut NIX über Georgien weiß.
Doch man muß auch nur wenig wissen, um angesichts der georgischen
Flagge statt von einer merkwürdig prononcierten Additionsneigung des
Georgiers von dessen häufig leider nicht minder ausgeprägten und hier eben
christlichen Realitätsverweigerungsneigung ausgehen zu können. Insofern steht
das Eichhorn, das bekanntlich einmal als Tier des Gottseibeiuns‘ galt - heute
noch zu erkennen an der einschlägigen Redewendung, derzufolge der niedliche
nuüssenaschende Nager nichts anderes als der laut Herrn Alighieri u.a.
judaskäuende Feind der Seelen im Inneren der Erde sei - hier sicher als eine
Warnung dafür, den scheinbar harmlosen Riegulanten nicht zu unterschätzen.
Diese Warnung in den Wind zu schlagen ist man dennoch versucht, wenn man selbigen seiner Hülse entledigt und darunter einen, *seufz* wieder einmal schokoüberzogenen Waffelbarren findet, der allerdings ein ungekannt intensives Karamellaroma verströmt.
Diese Warnung in den Wind zu schlagen ist man dennoch versucht, wenn man selbigen seiner Hülse entledigt und darunter einen, *seufz* wieder einmal schokoüberzogenen Waffelbarren findet, der allerdings ein ungekannt intensives Karamellaroma verströmt.
Mundhaptik: Und
schon knuspert es los. Doch anders als sonst immer haben die von weißer
Füllmaße verfugten insgesamt 5 Waffellamellen hier einen anderen Biß, eine
gewisse leichte Zähigkeit, die die Mundhaptik etwas interessanter und etwas
weniger bröselig-trocken machen. Die Füllmasse und Hüllschokolade runden den
Gesamteindruck noch ab und so gelingt es der Komposition zumindest, als
neutrales Fundament zu fungieren, auf dem sich der Geschmack wird aufbauen
können.
Geschmack: Ha! Der
Teufel ist doch wirklich ein Eichhörnchen! Wer hätte gedacht, daß einen ein
Schokowaffelriegel noch so positiv überraschen kann?! So muß sich ein
Eichhörnchen fühlen, wenn es noch schlaftrunken und mit mit dem Frühling
erwachten Hunger im Bauch zufällig auf eine feine kleine, tiefbraun glänzende
Haselnuß unter einer Wurzel stößt, die es dort ganz vergessen hatte und auf der
deshalb den ganzen Winter ein Braunbär geruht und sie dabei mit seiner wohligen
Bärenwärme umkost hat und die so zu einer edlen, karamelligen, unverhofften
kleinen Köstlichkeit emporgereift ist. Auf einem Grundakkord angenehmer Süße
entfaltet sich ein ganz breites, schönes und glaubwürdiges Karamellaroma mit
ganz leichten, verspielten Schokoarabesken hie und da, das sich einen für die
Georgier freuen und neugierig auf ein Land werden läßt, in dem es so gute
Schokowaffelriegel gibt.
Fazit: Ein Riegel
wie ein unbeschwerter, karamellbonbonlutschender Spaziergang im sonnengesprenkelten
Frühlingserwachen eines georgischen Mischwalds.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen