Sonntag, 5. Januar 2020

Riegelverkostung – [unbekannt 3]


Diese Riegelware wurde mir von der werten Tovaritsch Galinskarovskajowitsch zur Verkostung zur Verfügung gestellt. Dafür Dank.

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Was steht drauf:  allerlei georgisches Kauderwelsch in Mchedruli, wie bekanntlich das georgische Alphabet heißt (,dem auch mit dem google-lens-Translator nicht beizukommen war) – Wafer Bar – Caramelized Milk

Hüftgoldfaktor: 161 Kalorien dat Stück

Erster Eindruck: Von der Ratlosigkeit des Eichhörnchens könnte der Name dieses Riegels sein. Auf der dunkelbraunen, mit hellbraunen und –blauen Strings und Pünktchen gesprenkelten Hülle, die diverse georgische (bzw. „grusinische“ – wie der Georgier Georgisch nennt) und damit für mich komplett kryptische Beschriftungen vorhält, hockt nämlich auch ein drolliges, gelb-orangenes Eichhorn, das eine maßstabshalber übergroße Nuß hält und ob all dieser Merkwürdigkeiten ebenso ratlos und verdutzt aus der pelzigen Wäsche schaut, wie ich, der ich diesen leichtgewichtigen und rätselhaften Georgenriegel in den Händen wende und mir darob gewahr werde, daß ich absolut NIX über Georgien weiß.
Doch man muß auch nur wenig wissen, um angesichts der georgischen Flagge statt von einer merkwürdig prononcierten Additionsneigung des Georgiers von dessen häufig leider nicht minder ausgeprägten und hier eben christlichen Realitätsverweigerungsneigung ausgehen zu können. Insofern steht das Eichhorn, das bekanntlich einmal als Tier des Gottseibeiuns‘ galt - heute noch zu erkennen an der einschlägigen Redewendung, derzufolge der niedliche nuüssenaschende Nager nichts anderes als der laut Herrn Alighieri u.a. judaskäuende Feind der Seelen im Inneren der Erde sei - hier sicher als eine Warnung dafür, den scheinbar harmlosen Riegulanten nicht zu unterschätzen.
Diese Warnung in den Wind zu schlagen ist man dennoch versucht, wenn man selbigen seiner Hülse entledigt und darunter einen, *seufz* wieder einmal schokoüberzogenen Waffelbarren findet, der allerdings ein ungekannt intensives Karamellaroma verströmt.

Mundhaptik: Und schon knuspert es los. Doch anders als sonst immer haben die von weißer Füllmaße verfugten insgesamt 5 Waffellamellen hier einen anderen Biß, eine gewisse leichte Zähigkeit, die die Mundhaptik etwas interessanter und etwas weniger bröselig-trocken machen. Die Füllmasse und Hüllschokolade runden den Gesamteindruck noch ab und so gelingt es der Komposition zumindest, als neutrales Fundament zu fungieren, auf dem sich der Geschmack wird aufbauen können.

Geschmack: Ha! Der Teufel ist doch wirklich ein Eichhörnchen! Wer hätte gedacht, daß einen ein Schokowaffelriegel noch so positiv überraschen kann?! So muß sich ein Eichhörnchen fühlen, wenn es noch schlaftrunken und mit mit dem Frühling erwachten Hunger im Bauch zufällig auf eine feine kleine, tiefbraun glänzende Haselnuß unter einer Wurzel stößt, die es dort ganz vergessen hatte und auf der deshalb den ganzen Winter ein Braunbär geruht und sie dabei mit seiner wohligen Bärenwärme umkost hat und die so zu einer edlen, karamelligen, unverhofften kleinen Köstlichkeit emporgereift ist. Auf einem Grundakkord angenehmer Süße entfaltet sich ein ganz breites, schönes und glaubwürdiges Karamellaroma mit ganz leichten, verspielten Schokoarabesken hie und da, das sich einen für die Georgier freuen und neugierig auf ein Land werden läßt, in dem es so gute Schokowaffelriegel gibt.

Fazit: Ein Riegel wie ein unbeschwerter, karamellbonbonlutschender Spaziergang im sonnengesprenkelten Frühlingserwachen eines georgischen Mischwalds.




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