Mittwoch, 4. September 2013

Riegelverkostung – Yorkie Raisin & Biscuit

dieser Riegeltest gehört zur Reihe "Australian Experience"

Was steht drauf: No artificial colours, flavours or preservatives

Hüftgoldfaktor: 277 Kalorien dat Stück

Erster Eindruck: Warum eigentlich Yorkie? Beziehungsweise was hat der Riegel mit York, New York oder Yorkshire Terriern zu tun? Wird dieses Produkt etwa vorzugsweise in jenen Städten oder von jenen Kreaturen verspeist? Jedenfalls hat Nestlé diesen Riegel in eine hübsche violett-metallicfarbene Verpackung gesteckt und seinen Namen in orange-gelb-changierenden klotzigen 3D-Blockbuchstaben mit rotem Powerrand draufgeschrieben. Der Riegel selbst besteht aus fünf Einzelbissen je in Form einer coupierten Pyramide mit „Yorkie“-Gravur auf der Schnittfläche, die in einigem Abstand voneinander auf einem quaderhaften, ca. 1 cm dicken Schokofundament aufgereiht sind. Der Geruch ist nicht intensiv, wenn man aber genauer hinschnüffelt, winkt einem aus dem Schokohintergrund auch schon ein Rosinenhändchen zu.

 Mundhaptik: Wenn man einen Pyramidenhappen komplett abbeißt, sieht man, daß selbst die Schokobasis mit Rosinen durchsetzt ist. Das Mundgefühl beim Kauen erinnert am ehesten an Tafelschokoladen der Sorte Trauben-Nuss, wo in eine feste Schokoladenmatrix knackig-trockene sowie fruchtig-weiche Elemente eingebettet sind. Hier allerdings rührt der zugestanden schwachbrüstige und zurückhaltende Knackakzent jedoch von Keksbröseln (der Angelsachse nennt Keksartiges bekanntlich und putzigerweise „Bisquit“) her, die laut Beschriftung in Yorkie hineinfabriziert werden. Wenn man dann den Querbiss einer Pyramide in Augenschein nimmt, kann man mit etwas Glück auch mal eines jener ominösen Keksnuggets angesichtig werden, die rundlich und selten wie Opale im Schokogestein verborgen sind. Speist sich insgesamt wenig spektakulär, mehr wie York als New York.

Geschmack: Der Hauptbestandteil, die Schokolade, ist hochwertig und wohlschmeckend und Yorkie bietet insgesamt eine völlig erwartungsgemäße, bodenständig-bürgerliche, freundlich-unheischige, „unkünstliche“ Schmackhaftigkeit, die dem Esser nichts zumutet, ihn nicht herausfordert und nur ausgemachte Rosinenverächter aus seiner Verzehrgemeinschaft ausschließt. Einen Yorkie zu essen gleicht vielleicht einer gemächlichen Fahrt in einem Bummelzug durch die Lüneburger Heide im Frühherbst, wo alles ist, wie es sein soll, behaglich und unaufgeregt, fade für manche, beruhigend für andere, wo die Fluren in gleichförmiger Frucht und Blüte stehen und nur hie und da ein versprengter heller Tupfen auftaucht, Heidschnucken für den Reisenden, Keksbrösel für den Yorkieschmauser.

Fazit: Yorkie eignet sich als Pausenvesper für gemütliche Landpartien, als erdende Speisung für Rekonvaleszente nach einer Überdosis Nouvelle Cuisine. Yorkie ist die Bratschenpartie in einer Haydn-Sinfonie.





Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen