Sonntag, 26. Oktober 2025

Riegelverkostung – Autentic Rom Buzz

Die vorliegende Riegelnaschware wurde vom Mütterlein aus Montenegro importiert und mir zu Verkostungszwecken freundlichst zur Verfügung gestellt. Dafür Dank.  

 Was steht drauf:  Ciocolata Lapte, cu napolitana, si crema cu, aroma de rom

 Hüftgoldfaktor: weiß der Monteneg... äh… rit? roni? er? nicht, ist ihm auch egal

Erster Eindruck: Wenn das mal kein Etikettenschwindel ist. Auf der Pelle eines Riegels namens „Rom“ finden sich nebeneinander ein roter, gelber und blauer Längsstreifen? Ein Schelmowitz, wer da nicht ans Land der Karpaten, 7 Burgen und aristokratischen, pfählenden, romanvorlagentauglichen Osmanenschrecks denkt. Des Italieners Hauptstadt wird wohl nicht gemeint sein, auch wenn die Hüllengestaltung schon etwas Azurro-mäßiges hat und im Kauderwelsch der Aufschrift irgendwas von Neapel gefaselt wurde. Aber wieso „Buzz“? Wer oder was soll denn hier summen, brummen, sägen oder brausen? Ich bin einigermaßen verwirrt. Und was soll das alles überhaupt mit Monte-fucking-Nergo, von wo dat Dingen herexpediert wurde, zu tun haben? Unter der Haube Plane kommen jedenfalls drei transporthalber wohl schon etwas angedötschte, morphologisch abgrenzbare, eher unansehnlich-knollige Verzehreinheiten zum Vor- und mit ihnen bereits ein bedenklich stimmendes Fuselaroma zum Riechschein (falls man so sagt; oder auch, falls nicht).

 Mundhaptik: Knack! machte es unerwarteterweise, da ich irgendwie antizipiert hatte, in eine weichlich angebreite nougatäre Zähmasse zu beißen. Selbige findet sich auch durchaus in Rom aber eben nur im oberen Drittel, aufliegend auf einem Stapel wie üblich mit irgendeiner Haftmasse verklebter Waffellamellen, welche den unvorhergesehenen Effekt erzeugten und im Fortgang der Zerkauung ihr charakteristisches Knisperknarzen ins Gesamtmundbild einmengen, so daß sich eine in der Summe eher unattraktive Mischung aus ältlich wirkender Breibatzigkeit und balsaholzigem Betagtwaffelbruch ergibt, bei der man sofort an einen unkommoden und sich elend ziehenden Fußmarsch mit knirschenden Knien über ungemachte Wegen und mit Steinen im einen und Matsch am anderen Schuh denken muß. Ich weiß gar nichts über Montenegro, weder, wo genau es liegt, noch was man dort spricht, ißt, nascht, hat, kann, tut oder läßt, aber ich hoffe mal zu der Montenegr…anten? iner? ioten? Gunsten, daß sie und ihr Land sich nicht in Roms Mundhaptik abbilden…

Geschmack: Und was erwartet einen am Ende dieses langen, unfrohen Weges? Ein tête-à-tête mit Rom, denn das ist, wie mir nun klar ist, der Spitzname jenes schmuddeligen, zerfledderten Berbers, Landfahrers und Hartgeldsäufers, dessen Fahne man schon 100 m gegen den Wind wehen riecht und der all seine Pfennige und Groschen immer sofort für jenen karibischen Fusel springen lässt, von dem er sich so gerne mehr in den dreizahnigen und 8-Tage-stoppelumfransten Schlund gösse, als sein haltloses Zittern es noch zulässt und der, von innen mit Rum gefüllt und äußerlich damit beschüttet, grölend und stinkend, lachend und seinen Besuchern slawische Invektive entgegenlallend einen intensiven Zungenkuss abverlangt – und auch bekommt, wenn man aus Versehen oder weil man ein unerschrockener Riegeltester ist, in dieses fuselbetankte und dreimal vermaledeite Naschwerk hineingebissen hat.  Und wie ein Zungenkuss mit diesem obszönen Unflat schmeckt Rom auch.

Fazit: Wenn Du nicht wie Rom enden willst, laß Finger, Zähne und Zunge weg von diesem Riegel. DYSakzeptabel.